Fußball oder Golf?

 

„Die Geschichte des Sports umfasst Epochen und Völker. Jede Zeit prägt ihren Sport. Er entspricht den Bedürfnissen der jeweiligen Gesellschaftsordnung“, stellt der Deutsche Sportbund (DSB) in einer Studie fest. Betrachtet man die Entwicklung des Sports in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten, fällt auf, dass die Zahl der aktiven Sportler trotz sinkender Bevölkerungszahl kontinuierlich steigt. Gemeinsames Sporteln ist gefragt: 2012 waren 27,7 Millionen Menschen in Sportvereinen aktiv, 1993 dagegen erst 24,3 Millionen. Dazu kommen noch unzählige Menschen, die außerhalb von Vereinen Sport machen. Laut Robert-Koch-Institut scheint das Sportniveau in Deutschland in den letzten Jahren gestiegen zu sein. Etwa ein Drittel der Erwachsenen gibt an, auf ausreichend körperliche Aktivität im Alltag zu achten: Unter den 18- bis 79-Jährigen sind 72,6 Prozent der Männer und 65,4 Prozent der Frauen wenigstens einmal pro Woche körperlich aktiv. Etwa 50 Prozent der Sportler sind dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zufolge sogar 2 bis 3 Mal in der Woche aktiv.

Warum treiben die Deutschen Sport?

Die Gründe für die wachsende Begeisterung an der Bewegung sind vielseitig. Zum einen steht Sport durch die Weiterentwicklung der Medien heute viel stärker im Fokus. Sportliche Ereignisse, wie zum Beispiel die Olympiade, haben dank Internet und Fernsehen jetzt eine große gesellschaftliche Relevanz und können von Menschen aller gesellschaftlichen Schichten und unabhängig von Alter oder Geschlecht verfolgt werden. Zum anderen haben sich die Lebensumstände in den letzten Jahrzehnten verändert. Mehr Freizeit und ein höheres Einkommen schaffen Freiräume für regelmäßige Bewegung. Sportliche Aktivität dient aber auch als Ausgleich zum stressigen Job. Dazu kommt, dass das immer vielseitigere Sportangebot mittlerweile für wirklich jeden Geschmack und jede Altersgruppe das Passende zu bieten hat. Waren früher ausschließlich Klassiker wie Turnen oder Volleyball im Portfolio der Vereine vertreten, sind heute auch Angebote wie Yoga oder der Tanztrend Zumba Gang und Gäbe. „Gesundheit, Wohlbefinden, Körpererfahrung und nicht zuletzt Unterhaltung und Vergnügen werden für immer mehr Menschen zum eigentlichen Motiv ihrer sportlichen Aktivität. Sie wollen Sport nach Lust und Laune betreiben, sich selbst und ihren Körper erleben, Spaß haben und Geselligkeit statt Konkurrenz genießen“, beschreibt der DSB.

Fußball oder Golf?

Die drei beliebtesten Sportarten der Deutschen sind heute dieselben wie vor 20 Jahren: Fußball, Turnen und Tennis führen das Ranking der Spitzensportverbände laut  aktueller DOSB-Statistik an. Doch auf Platz zehn findet sich mittlerweile der einstige Nischensport Golf wieder. Rund 635.000 Mitglieder zählt der Deutsche Golf Verband (DGV) heute. Vor 20 Jahren lag er mit damals rund 206.500 Mitgliedern noch auf Platz 18. Damit lässt der Golfsport heute sogar so beliebte Sportarten wie Schwimmen oder Volleyball hinter sich. In der Gesamtbetrachtung aller Spitzenverbände in Deutschland durch den DOSB findet sich Golf in den absoluten Zuwachszahlen 2012 auf Rang zwei als wachstumsstärkste Sportart nach Fußball wieder. Noch zu Beginn der 90er Jahre hat der grüne Sport ein sehr elitäres Image. Die Golfer sind noch ein recht exklusiver Kreis. Im Gegensatz zu damals existiert heute im Golfsport eine Vielzahl von Anlagentypen, Mitgliedschaftsformen und Preismodellen. Golf lässt sich jetzt unkomplizierter und kostengünstiger ausüben. Damals zählte sie 1.213 Mitglieder. Heute gehört die VcG mit über 22.000 Mitgliedern zu den größten Sportvereinen der Bundesrepublik. „Ob als Schnuppergolfer, Nutzer öffentlicher Anlagen, Club- oder VcG-Mitglied – jeder Interessent findet heute ein Angebot, das zu seinem Spielverhalten passt“, so VcG-Geschäftsführer Marco Paeke. „Golf hat sich auf die Bedürfnisse unserer Zeit eingestellt und ist zum erschwinglichen Trendsport für Viele geworden!“

 

Quellen:

Deutscher Sportbund: Sport in Deutschland, 2003

Robert-Koch-Institut, „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS), 2012

DOSB, Bestandserhebung 2012 vom 15.11.2012

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