Ryder-Cup-Helden, ehemalige Turniersieger und „junge Wilde“ bei den BMW International Open

 

Gut sechs Wochen vor dem ersten Abschlag bei der 25. BMW International Open im Golfclub München Eichenried (18. bis 23. Juni) haben weitere Topspieler ihre Zusage für das Jubiläumsturnier des einzigen European-Tour-Turniers auf deutschem Boden gegeben. Neben den bereits vermeldeten Sergio García (Spanien), British-Open-Champion Ernie Els (Südafrika), BMW Championship Sieger Dustin Johnson (USA) und BMW Markenbotschafter Martin Kaymer (Deutschland) werden weitere Spieler der Extraklasse um das Gesamtpreisgeld in Höhe von zwei Millionen Euro kämpfen.

Allen voran die deutschen Asse Marcel Siem (Ratingen), Alex Cejka (Las Vegas) und Maximilian Kieffer (Düsseldorf). Sie wollen es ihrem Landsmann Martin Kaymer gleich tun, der als bisher einziger Deutscher den Titel bei einer BMW International Open gewonnen hat. Gutes Omen: Kaymer gelang der Sieg vor fünf Jahren, als in Eichenried ebenfalls ein rundes Jubiläum gefeiert werden konnte.

Für eine vordere Platzierung von Marcel Siem sprechen zwei Faktoren: Zum einen befindet sich der Ratinger auch in diesem Jahr in bestechender Form, was nicht zuletzt sein Sieg beim European-Tour-Event in Marokko beweist. Zum anderen legte Siem vor mehr als 25 Jahren im damals gerade gegründeten Golfclub Eichenried den Grundstein für seine beachtliche Profikarriere. Siem kennt den Platz im Norden Münchens so gut wie kein anderer der am Turnier beteiligten Aktiven

Auch Alex Cejka hat in der Vergangenheit der BMW International Open schon weit vorne mitgemischt: Der mittlerweile 42-Jährige, der, ehe es ihn auf die US-Tour verschlug, lange in München gelebt hat, war 2004 schon einmal Zweiter und darüber hinaus zwei Mal Dritter bei einer BMW International Open. Und schließlich ist aus deutscher Perspektive noch European-Tour-Rookie Maximilian Kieffer zu nennen, der seit kurzem von BMW als „Friend of the Brand“ unterstützt wird. Der 22-Jährige sorgte zuletzt bei der Open de España für Aufsehen, als er im längsten Stechen der European-Tour-Geschichte am neunten Extraloch dem Franzosen Raphaël Jacquelin unterlag. Seine Tourkarte für die kommende Saison hat „Kiwi“ sich mit diesem zweiten Platz vorzeitig schon gesichert.

So werden in Eichenried auch die Ryder-Cup-erfahrenen Edoardo Molinari aus Italien sowie der Schwede Henrik Stenson an den Start gehen. Stenson konnte das Turnier 2006 in einem erinnerungswürdigen Stechen auf der 18. Spielbahn zu seinen Gunsten entscheiden. Und natürlich ist auch Vorjahressieger Danny Willett mit von der Partie. Der Engländer hatte den Titel bei der ersten Austragung einer BMW International Open im Golf Club Gut Lärchenhof bei Köln gewonnen, als er – ebenfalls im Stechen – den Australier Marcus Fraser bezwang.

Spanier haben in der Geschichte der BMW International Open auch immer eine wichtige Rolle gespielt. Die Turniersieger Miguel Ángel Jiménez (2004) und Pablo Larrazábal (2011) werden in diesem Jahr ebenfalls wieder in Eichenried an den Start gehen. Hinzu kommen Rafael Cabrera-Bello, der im letzten Jahr die Dubai Desert Classic gewinnen konnte, sowie Longhitter Álvaro Quirós, der 2011 ebenfalls in Dubai gleich zweimal erfolgreich war: Der Spanier gewann die Desert Classic und die den Saisonabschluss bildende Dubai World Championship.

Rory McIlroy, Sieger der BMW Championship 2012 .

In Anders Hansen kommt ein „Veteran“ nach Eichenried, seit 1999 ist der Däne auf der European Tour unterwegs, konnte drei Turniere gewinnen – und hätte um ein Haar noch eines mehr auf der Habenseite. Doch 2008 unterlag er Lokalmatador Martin Kaymer im Stechen um den Turniersieg bei der BMW International Open. Und dann ist da noch die englische Frohnatur Paul Casey, der nach einer schmerzhaften Schulterverletzung schon wieder fast zurück zu alter Leistungsstärke gefunden hat. Der elfmalige European-Tour-Sieger, zu dessen Erfolgen auch der Gewinn der BMW PGA Championship 2009 zählt, ist in München stets ein gern gesehener Gast.

Für Ryder-Cup-Flair sorgen drei Kapitäne des europäischen Teams, die in diesem Jahr wieder als Spieler im 156er-Feld an den Start gehen werden: der Schotte Colin Montgomerie – Sieger der BMW International Open 1999 – führte seinen Heimatkontinent 2010 in Wales zum Titel. Der Spanier José-María Olazábal – Schütze eines der beiden Albatrosse in der Geschichte der BMW International Open – schaffte im vergangenen Jahr an einem dramatischen Finaltag im Medinah Country Club bei Chicago die Titelverteidigung. Dritter Skipper im Bunde ist Paul McGinley, der die ehrenvolle Aufgabe hat, im Herbst 2014 das Triple für Europa perfekt zu machen. Dann wird der Ire im schottischen Gleneagles für die richtige Aufstellung eines zwölf Mann starken Teams Europe verantwortlich sein – mit BMW als „Official Car“-Partner an der Seite.

Und last but not least können sich die Zuschauer in Eichenried im Juni auf eine Reihe jüngerer, hoch interessanter Spieler freuen, die bereits mehr als angedeutet haben, das in naher Zukunft noch Größeres von ihnen zu hören sein wird, wie etwa den Italiener Matteo Manassero. Der aus der Provinz Verona stammende Manassero demonstrierte schon im zarten Alter von 16 Jahren seine außergewöhnlichen Fähigkeiten. Damals gewann er 2009 als jüngster Spieler die British Amateur Championship, qualifizierte sich damit für die im gleichen Jahr stattfindende Open Championship, die er als bester Amateur auf einem sensationellen 13. Platz beendete. 2010 gewann er sein erstes Turnier auf der European Tour und hat seither in jedem Jahr einen weiteren Sieg in Europas höchster Spielklasse folgen lassen.

Vor einem Jahr landete der heute 23 Jahre alte Thorbjørn Olesen in Sizilien seinen erster Turniersieg auf der European Tour. Es war ein Erfolg, der sich abgezeichnet hatte, nachdem der Däne im Jahr zuvor schon dreimal den zweiten Platz belegt hatte. Freuen werden sich insbesondere auch die österreichischen Anhänger über ihren Landsmann Bernd Wiesberger. Der 27-Jährige ließ 2012 aufhorchen, als er zwei Turniere auf der European Tour gewann und sich damit bis auf Rang 76 der Weltrangliste verbesserte. Und erst in der vergangenen Woche setzte der Wiener mit seinem Sieg beim Idonesian Masters ein Ausrufzeichen, bei der er keinen Geringeren als Ernie Els auf Platz zwei verwies.

 

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