Golfanlage der Zukunft? Starbucks und 365 Tage geöffnet

Das gibt es wohl nur in Neu-Ulm: Eine Golfanlage, die nicht nur an 365 Tagen im Jahr geöffnet hat, sondern die auch über eine angeschlossener Lounge mit Coffeeshop von Starbucks verfügt. Ist das die Golfanlage der Zukunft?

Viel wird über öffentliche Golfanlagen und Golfanlagen in Städten, oder zumindest in stadtnähe, diskutiert. Grade für junge Golfern scheinen sie attraktiv. Ein Blick nach Neu-Ulm zeigt, wie solche Anlagen aussehen können.

Neben einem 9 Loch-Platz (mit über 3.000 Metern Länge) und einer Driving Range stehen überdachte Abschläge aus dem Clubgebäude sowie sechs Golf-Simulatoren zur Verfügung, die Golf auch bei schlechtem Wetter möglich machen. Im Erdgeschoss machen es sich die Mitglieder des Clubs in einem Coffeeshop mit Starbucks-Kaffee – dem ersten und einzigen auf einer Golfanlage in Europa – gemütlich.

Vorbild USA und Großbritannien

Das Konzept ähnelt dem von TopGolf in Großbritannien und den USA. Dort verschmelzen dreistöckige Driving Ranges mit 100 Abschlagboxen, Restaurants und Monitoren, die die eigenen Ergebnisse sowie Sportereignisse zeigen, zur Sportsbar mit Eventcharakter. Die Kombination von Wettbewerb und Unterhaltung hat Erfolg. Zu den Stoßzeiten warten die Menschen unter Umständen vier Stunden auf eine Box. Das ist beim New Golf Club noch nicht der Fall, doch die Mitgliederentwicklung von 420 auf 770 innerhalb der letzten drei Jahre – und das schon ohne das neue Clubgebäude – zeigt, dass das Konzept mit Entertainment-Faktor ankommt.

„Play & go“

„Play & go“ – stadtnah, zentral und schnell, zum Beispiel in der Mittagspause. Ursprünglich sollte die 9 Loch-Anlage auf 18 Loch erweitert werden. Da dieses Vorhaben aufgrund der Gespräche mit den Grundstückbesitzern nicht realistisch war, wurde kurzerhand die Clubphilosophie angepasst. Darin spielen vor allem Zentralität und kurze Wege eine Rolle, denn das New Golf House steht direkt auf der Driving Range. Unter dem Gebäude gibt es überdachte Abschläge; wie auch im ersten Stock, denn dort kann man dank bodentiefer Fenster, die sich komplett öffnen lassen, direkt auf die Driving Range abschlagen. Wenn das Wetter einmal nicht mitspielt, stehen zudem sechs Simulatoren mit über 30 Plätzen und über 600 Bahnen zur Verfügung. Damit wird Golf an insgesamt 365 Tagen im Jahr möglich.

Gregor Landwehr

Über Gregor Landwehr

C. Gregor Landwehr gründete das Onlinemagazin im Jahr 2005. Er arbeitet als freier Journalist für den WDR und schreibt unter anderem für die NZZonline, und andere Zeitungen und Onlinemagazine. Landwehr ist Mitglied im Deutschen Journalistenverband. Sie erreichen ihn unter der Emailadresse landwehr at golfsportmagazin.de

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