Hubbelrath siegt gegen Düsseldorf

Die 1. Liga des Willy Schniewind-Mannschaftspreises besitzt einen ganz besonderen Reiz. Die acht besten Clubmannschaften aus NRW treten an 3 Tagen an, um ihren Meister zu ermitteln. Golferische Höchstleistungen stehen auf der Tagesordnung, wobei die Lochspiel-Begegnungen ihre ganz eigenen Gesetze haben. Wieder einmal hatte der GC Am Alten Fließ seine anspruchsvolle Anlage für dieses Ereignis zur Verfügung gestellt. Anspruchsvoll gestaltete sich auch das Wetter, denn erst am Finaltag kehrte der Sommer zurück.

Wechselhaftes Wetter mit Wind und Regen prägte die Zählspielqualifikation am Freitag. Nach 18 Löchern hatten sich die Titelverteidiger aus Hubbelrath mit deutlichem Abstand auf Platz 1 gespielt: 4,7 über CR. Der Düsseldorfer GC benötigte 16,4 über CR und erreichte damit knapp Platz zwei vor dem Marienburger GC (+16,7) und dem GLC Schmitzhof (+19,7). Für diese vier Teams war die Teilnahme an der Lochspielqualifikation um die Meisterschaft fürs Erste gesichert. Hösel (+20,7), der GLC Köln (+21,7), der Nieder. GC Duisburg (+25,7) sowie Gütersloh (+29,7) starteten am Samstag in die Lochwettspiele um die Plätze 5 bis 8, wobei es zusätzlich um den Klassenerhalt gehen sollte.

 

Grau in Grau hing der Himmel am Samstag über der Anlage am Alten Fließ. Vom ersten bis zum letzten Schlag hörte der Regen keine einzige Minute auf, und die Temperatur ließ so manchen Spieler und Begleiter frösteln. In der Lochspielqualifikation lag Hösel gegen Gütersloh nach den Vierern mit 2,5 zu 1,5 knapp vorn. In den Einzeln konnten die Gütersloher jedoch nur zwei Partien teilen, so dass das Endergebnis mit 9,5 zu 2,5 für Hösel den Abstieg der Gütersloher in die zweite Liga besiegelte. In der Begegnung Duisburg gegen Köln entschieden die Duisburger 2,5 zu 1,5 Vierer für sich. In den Einzeln legten die Kölner jedoch zu und kassierten 5 Punkte zu insgesamt 6,5 zu 5,5 und konnten als Vizemeister des Vorjahres den Klassenerhalt sichern. In der 2. Liga wird in 2012 der Niederrheinische GC Duisburg starten.

 

In der Qualifikation um die Meisterschaft unterstrich der GC Hubbelrath sein Vorhaben, den Mannschaftstitel des Vorjahres mit allen Kräften zu verteidigen. Drei gewonnene und einen geteilten Vierer notierten die Titelverteidiger gegen den Vorjahresaufsteiger Schmitzhof am Vormittag. Nach 5,5 zu 2,5 am Nachmittag fiel die Entscheidung mit 9 zu 3 Punkten insgesamt deutlich für Hubbelrath aus. In der Partie Düsseldorf gegen Marienburg sah das Ergebnis nach den Vierern am Vormittag mit 3 zu 1 für Düsseldorf noch recht eindeutig aus. In den Einzeln legten die Marienburger allerdings derart zu, dass sie 5 Punkte für sich notieren konnten. Das vorläufige Endergebnis lautete damit 6 zu 6, und ein Stechen um die Teilnahme am Match um den Meistertitel war unumgänglich. Drei Paare teeten auf der 18. Bahn zur Entscheidung auf. Yannick Bludau musste sich als erster gegen die Düsseldorferin Larissa Steinfeld geschlagen geben. Max-Gottlieb Elsässer neutralisierte diesen Vorsprung allerdings wieder, denn durch seinen 4-Putt ging der zweite Punkt an den Marienburger Jonas Löhr. Die Entscheidung fiel schließlich im dritten Flight: Nach seinem Drive ins Wasser und dem 3. Schlag hinter das Grün konnte Ryan Thatford gegen das sichere Spiel des Düsseldorfer Christian Althaus nichts mehr ausrichten. Der wichtige Punkt für den Einzug in das Titel-Match gegen Hubbelrath ging an den Düsseldorfer GC – mittlerweile zeigte die Uhr 20.45 Uhr.

 

Kaum zu glauben, aber am Sonntag trat der angekündigte Wetterumschwung tatsächlich ein. Zwar fühlte sich die eine oder andere Golfausrüstung noch ausgesprochen klamm an, die äußeren Bedingungen wandelten sich im Laufe des Tages jedoch schnell in die einer Dampfsauna. Eine recht eindeutige Vorentscheidung fiel in der Begegnung Schmitzhof gegen Marienburg schon nach den Vieren. Mit 4 zu 0 Punkten gingen die Marienburger deutlich in Führung und gaben auch am Nachmittag kein einziges Spiel ab. Mit 5 geteilten Partien notierten die Schmitzhofer gerade einmal 2,5 Punkte. Die verbleibenden Paarungen entschied Marienburg bereits auf dem 13. Grün für sich. Mit 9,5 zu 2,5 ging die Bronzemedaille verdient an das Team von Kapitän Leon Meerloo aus Marienburg, das von Peer Sengelhoff trainiert wird.

Das beinahe schon legendäre Städteduell Hubbelrath – Düsseldorf gestaltete sich wesentlich spannender. Nach den Vierern ging Titelverteidiger Hubbelrath mit 2,5 zu 1,5 knapp in Führung. In den Einzeln am Nachmittag wollten die Düsseldorfer allerdings auf keinen Fall locker lassen. Wenn auch Maximilian Rottluff als erster sein Spiel gegen Larissa Steinfeld mit 5 auf 4 sicher gewann, so sollten die weiteren Punkte eher kleckerweise notiert werden. Bis zur letzten Partie begleiteten die Mannschaftsmitglieder, Caddys und zahlreiche Besucher den letzten Flight und erlebten Norman Laschewskis missliche Lage auf der 16. Bahn live mit. Dieses Loch musste der Düsseldorfer an den Hubbelrather Maximilian Mehles abgeben, so dass ein Sieg und auch ein Punktegleichstand nicht mehr erreichbar waren. Beinahe schon „ausnahmsweise“ ohne Stechen ging der Titel mit 6,5 zu 5,5 zum dritten Mal in Folge an den GC Hubbelrath. Und der Düsseldorfer GC musste sich mit diesem Endergebnis zum dritten Mal gegen seinen Nachbarclub im direkten Vergleich geschlagen geben. Kapitän Joachim Gudden und Trainer Christian Lanfermann, da sind sich alle Beteiligten sicher, werden jedoch im nächsten Jahr wieder hoch motiviert mit ihrem Team beim WSMP antreten und gegebenenfalls den Hubbelrathern „die Zähne zeigen“.

Dr. Christoph Osing, Kapitän des Siegerteams, bedankte sich beim GC Am Alten Fließ für die gewohnt gastfreundliche Athmosphäre und lobte die gewissenhafte aber zurückhaltende Wettspielleitung. Besondere Freude, so Osing, bereite ihm die Mannschaft selbst, die sich untereinander gut verstehe und mit der es immer wieder Spaß mache, unterwegs zu sein. Als weiteren Grund für die Kontinuität in der Clubmannschaft benannte der Kapitän die kompetente und immer freundliche Zusammenarbeit mit ihrem Trainer Roland Becker.

Erhard Wetterich, Sportausschussvorsitzender des GV NRW e.V., zeigte sich bei der Siegerehrung beeindruckt von dem hohen Spielniveau der Teilnehmer: „Zwei geschenkte Birdies an Loch 3 und ein weiterer gelochter Eagle-Pitch, da konnte ich nur staunen“. Allerdings sei mehrfach der zweifelhafte Versuch unternommen worden, eine selbst verschuldete schlechte Lage des Balles mit Hilfe falsch ausgelegter Golfregeln zu verbessern. In diesen Fällen konnten jedoch die Platzrichter den „richtigen“ Weg weisen. Im Weiteren  machte Wetterich bei der Siegerehrung noch einmal auf die Verbands-Kampagne gegen Fuschen aufmerksam und forderte die Anwesenden auf, das faire Spiel auch in ihren Heimatclubs zu unterstützen.

Die Siegermannschaft:

Maximilian Rottluff, Nicolai von Dellingshausen, Marc Christopher Siebiera, Ferdinand Weber, Philip Kaymer, Maximilian Mehles, Nicola Rössler, Thomas Schneiders, Fabian Löhr, Sam Pennington. Trainer und Kapitän: Roland Becker. Betreuer: Dr. Christoph Osing.

 

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