Marcel Siem nimmt ersten Sieg beim Heimspiel ins Visier

Marcel Siem ist im Golfclub München Eichenried der Lokalmatador. Auf dieser Anlage fing für den 32-Jährigen alles an, dort machte er seine ersten Schritte im Golfsport. Seine Formkurve bei der BMW International Open zeigt steil nach oben: 2010 belegte Siem den 61. Platz, im Jahr erreichte er den 14. Rang. 2012 schrammte er nur knapp am Stechen vorbei und kam auf Platz sechs. Im Interview macht er unmissverständlich klar, dass er sich für die 25. BMW International Open noch mehr vorgenommen hat.

Marcel Siem. Foto: pr.

 

Marcel, zunächst noch einmal ein Blick zurück auf Dienstag. Wie viel Spaß hat Ihnen die „TEE-Time“ im Englischen Garten gemacht?

Marcel Siem: „Das war ein tolles Event. Es war nur schade, dass meine Bälle auf dem Inselgrün nicht nah genug an die Fahne gekommen sind. So hätte ich Max Kieffer noch ein wenig besser in unserem kleinen Duell mit den Spaniern unterstützen können. Aber es hat ja auch so gereicht. Es war beeindruckend, wie viele Fans uns durch den Englischen Garten begleitet haben. Das ist genau der richtige Weg, um den Golfsport noch populärer zu machen.“

 

Die Rückkehr nach München Eichenried ist für Sie immer etwas ganz Besonderes, schließlich hat hier für Sie alles angefangen. Und Sie kommen mit vielen guten Ergebnissen im Gepäck in Ihre Heimat…

Siem: „Ganz genau. Mit den vergangenen Monaten kann ich zufrieden sein, auch wenn es zuletzt in Dallas und bei der US Open nicht so gut gelaufen ist. Insgesamt treffe ich die Kugel auch für mein Empfinden nicht mehr so gut wie Ende 2012 oder zu Saisonbeginn. Aber es ist immer noch gut genug, um Birdies zu machen und Fehler zu vermeiden. Trotzdem würde ich es mir insgesamt noch etwas knackiger wünschen. Die vergangene Woche hat etwas an meinem Selbstvertrauen gezehrt. Aber das ist abgehakt, und ich gehe top-motiviert in diese Woche.“

 

Was sind nach dem Pro-Am-Turnier Ihre Eindrücke von den Veränderungen am Championship Course?

Siem: „Bis auf die Neurungen an Loch 2 finde ich alles sehr positiv. Der Platz sieht super aus. Ich hoffe, dass die Grüns hart bleiben und nicht so viel Wasser draufgeschmissen wird. Das würde den Kurs ein bisschen härter machen. Von den Verhältnissen her habe ich in diesem Jahr noch auf keinem besseren Platz gespielt. Die Grüns sind sensationell. Das Gras ist perfekt. Wenn man noch ein bisschen heruntergeht und walzt, dann geht es ab morgen richtig ab. Auch die Roughs sind einfach super. Gerade im Vergleich zu den US Open ist das hier eine ganz andere Welt. Ich glaube, diese Woche haben wir die Chance, den besten Platz auf der European Tour in diesem Jahr zu erleben.“

 

Ihre Ergebnisse bei der BMW International Open sind immer besser geworden, 2012 waren Sie Sechster. Was können die Fans diesmal von Ihnen erwarten?

Siem: „Im vergangenen Jahr hatte ich einen Putt zum Stechen, das war schon einmal nicht schlecht. Wenn ich es diesmal ins Stechen schaffe, dann wäre das eine schöne Steigerung. Es ist das erste Mal, dass ich mit der Ansage in dieses Turnier gehe, gewinnen zu wollen. Früher habe ich immer von einem Top-Ten-Ergebnis gesprochen. Aber seit der letzten BMW International Open habe ich in Frankreich und in Marokko gewonnen. Und mit diesem Ziel sollte ich auch in diese Woche gehen.“

 

Wie schwer fällt Ihnen nach der US Open die Umstellung auf Europa?

Siem: „Die Hitze hilft natürlich nicht, vor allem, wenn man, – wie heute im Pro-Am – auf der Runde noch keinen Turnierdruck hat und das Adrenalin spürt. Generell spüre ich immer am dritten Tag den Jetlag. Deshalb bin ich zu 100 Prozent sicher, dass ich morgen wieder richtig fit sein werde. Eigentlich liebe ich es, wenn es heiß ist. Meine besten Turniere habe ich in der Hitze gespielt.“

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