Immanuel McElroy im Interview: "Ich habe kein Geheimrezept"

Vieles hat sich bei ALBA mit dem Trainerwechsel verändert. Eines ist aber gleich geblieben: Immanuel McElroy steht auch unter Trainer Katzurin von allen ALBA-Spielern am längsten auf dem Parkett. Im Interview befragen wir „Mac“ zum „frischen Wind“ bei ALBA. Immanuel, der neue Headcoach hat die Trainingszeiten um eine Stunde nach vorne gelegt. Musst Du jetzt früher aufstehen?

IM: Wegen unserer Kinder bin ich ja sowieso morgens früh auf den Beinen. Ich muss also für das Training nicht früher aufstehen. In Köln hatten wir auch immer schon um 10 Uhr morgens trainiert. Ich bin das also gewohnt. Besonders gefällt mir aber, dass wir auch abends jetzt eine Stunde früher trainieren. Da hat man danach dann noch mehr vom Abend.

Der neue Trainer hat aber nicht nur die Trainingszeiten verändert. Verlangen die vielen Neuerungen vor Dir als Spieler eine große Umstellung?

IM: So ein Trainerwechsel ist generell ein massiver Einschnitt und Muli hat in der Tat einiges im ALBA-Spiel umgestellt. Da gibt es jetzt eine ganze Menge neuer Systeme, an die wir uns erst noch gewöhnen müssen.

Fangt ihr jetzt mitten in der Saison praktisch noch einmal bei Null an?

IM: So schlimm ist es nun auch wieder nicht, denn ein paar von den Sachen, die wir uns in der ersten Saisonhälfte erarbeitet hatten, haben wir ja auch übernommen. Auch sind die Sachen, die der neue Trainer jetzt ins ALBA-Spiel einbringt, ja nicht total neu für uns. Ich glaube jeder von uns hat zum Beispiel früher schon einmal Zonenverteidigung oder Pressverteidigung gespielt. Ich kenne das zum Beispiel aus dem College und aus meiner Zeit in Köln. Trotzdem müssen wir uns als Team natürlich wieder daran gewöhnen, denn unter Luka Pavicevic haben wir das ja nicht gespielt. Das ist das, woran wir jetzt arbeiten und wofür wir noch etwas Zeit brauchen.

Bei allen Neuerungen ist eines gleich geblieben: Wie unter Luka Pavicevic stehst Du auch unter Muli Katzurin von allen ALBA-Spielern am längsten auf dem Parkett …

IM: Das war und ist die Entscheidung des Trainers und ich werte das natürlich schon als Anerkennung meiner Leistung. Ich genieße jede Minute auf dem Spielfeld und versuche meinem Team zu helfen – gerne auch 40 Minuten lang.

Und dabei wirst Du nicht müde. Wie hältst Du Dich so fit?

IM: Ich habe da kein Geheimrezept. Du musst auf Deine Gesundheit achten, Dich richtig ernähren und hart trainieren. Das ist es, womit ich mich in Form halte.

Am Mittwoch spielt ihr gegen Ulm. Das Hinspiel haben wir dabei nicht in guter Erinnerung …

IM: Das war ein Auswärtsspiel und da ist es immer schwer zu gewinnen. Das war auch wieder so ein Gegner, für den ALBA das „Spiel des Jahres“ war und so haben die sich auch reingehängt. Sicher haben wir da nicht genug dagegen gehalten. Aber das passiert in der Bundesliga vor allem auswärts immer sehr schnell. Umso mehr sehe ich uns am Mittwoch gefordert. In eigener Halle darf uns so etwas auf keinen Fall passieren.

Ulms Topscorer Robin Benzing ist 2,09 m groß und spielt auf der Position 3, wird also aller Voraussicht Dein Gegenspieler. Ist das der größte Gegenspieler, gegen den Du je gespielt hast?

IM: Ich habe schon oft deutlich längere Gegenspieler gehabt, aber ich glaube Robin ist wirklich der größte, gegen den ich je gespielt habe. Ob meine Gegenspieler größer oder kleiner sind, kümmert mich aber eigentlich nicht so sehr, weil es auch nicht nur auf mich ankommt. Letztlich verteidigen wir als Team und entsprechend werden meine Mitspieler mich am Mittwoch bei dieser etwas ungewöhnlichen Aufgabe unterstützen. Im Hinspiel hat das auch schon ganz gut geklappt, da hat er, wenn ich mich recht erinnere, nur vier Punkte gemacht. Basketball ist schließlich ein Mannschaftsspiel.

Am letzten Spieltag habt Ihr in Oldenburg einen souveränen Auswärtssieg errungen. Markiert das für Euch vielleicht schon den Wendepunkt zu einer besseren zweiten Saisonhälfte?

IM: Nach diesem schwierigen Start in die Saison, der uns vor allem auswärts so viele Siege gekostet hat, war dieser Erfolg in Oldenburg vor allem in der souveränen Art und Weise schon ein wichtiger Sieg, der uns auch für die kommenden Auswärtsaufgaben neues Selbstvertrauen geben sollte. Das können wir im Moment gut gebrauchen, denn auf dem Weg in die Playoffs warten noch einige ähnlich hohe Hürden auf uns.

Seit der Verstärkung durch Taylor Rochestie brauchst Du nicht mehr als dritter Point Guard auszuhelfen. Wird Dir das fehlen?

IM: Überhaupt nicht. Wenn man mich als Point Guard einsetzt, habe ich keine Problem damit, diese Rolle zu übernehmen. Trotzdem sehe ich den Spielaufbau nicht unbedingt als meine größte Stärke. Dass wir jetzt auf dieser Position mit drei Spielmachern so gut abgedeckt sind, kommt mir deshalb entgegen. Da kann ich mich auf die vielen anderen Dinge konzentrieren, die ich wahrscheinlich besser kann.

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