Deutsches Damen-Team beendet WM auf Rang elf

Die Damen des Golf Team Germany (GTG) haben bei der vom 3. bis 6. September im japanischen Karuizawa ausgetragenen Mannschaftsweltmeisterschaft den elften Platz belegt. Olivia Cowan (GC St. Leon-Rot), Laura Alessandra Fünfstück (GC Neuhof) und Antonia Scherer (Augsburger GC) hatten lange sogar eine Medaillenchance, verpassten aber in dem ausgeglichenen Spitzenfeld am Ende mit einem Gesamtergebnis von -12 (564 Schläge) ein Top-Ten-Ergebnis um einen Schlag. Den Weltmeistertitel sicherte sich Australien mit 547 Schlägen (-29), vor den lange Zeit in Führung liegenden Kanadierinnen (549 Schläge/-27) und Topfavorit Südkorea (550/-26).

„Die Mannschaft war dran, hat ihre Chance gesehen und nochmal richtig Gas gegeben. Das Risiko wurde leider nicht belohnt, aber so ist das im Sport manchmal. Angesichts der Möglichkeiten, die die Mannschaft sich in drei Tagen erspielt hatte, ist der elfte Platz am Ende etwas schade, zumal er nicht ganz widerspiegelt, was das gesamte Team geleistet hat“, resümiert Marcus Neumann, Vorstand Sport des Deutschen Golf Verbandes (DGV), die WM-Woche.

Die deutschen Damen lagen nach zwei Runden auf Platz sechs und waren von Platz acht mit nur vier Schlägen Rückstand auf die drittplatzierten Japanerinnen in den Finaltag gestartet. Nach gutem Start in die Schlussrunden verließ die drei Spielerinnen von Bundestrainer Stephan Morales aber im Verlauf des vierten Wettkampftages etwas das Glück auf den anspruchsvollen Grüns. Nachdem das GTG zwischenzeitlich sogar Platz fünf inne hatte, ließen einige Dreiputts die deutsche Auswahl zurückfallen.

Auch die Ergebnisse in der von der Kanadierin Brooke Henderson (-19) dominierten Einzelkonkurrenz unterstreichen die guten Leistungen der deutschen Damen. Insbesondere Cowan (-8) auf Rang 15 und Fünfstück (-3) auf Position 27 im 147 Spielerinnen großen Teilnehmerfeld haben eine sehr gute WM gespielt. Für Scherer (+13) verlief das Turnier mit Platz 87 nicht ganz wie erwartet.

„Auch wenn wir am Finaltag unsere schlechteste Leistung abgeliefert haben, hat die Mannschaft gezeigt, dass sie bereit ist anzugreifen. Sie haben an die Medaille geglaubt und ihr Herz in die Hand genommen“, zieht Damen-Bundestrainer Morales ein zufriedenes Fazit und wagt den Blick in die Zukunft: „Ich könnte jetzt sagen, dass diese drei Spielerinnen in zwei Jahren bei der WM ein Stück weiter und stärker sind. Aber es ist ja nicht auszuschließen, dass ein Teil dieser Mannschaft auf der Tour spielt. Damit ist so eine Weltmeisterschaft auch ein Turnier auf dem Weg zu den ganz großen Turnieren, den Majors, dem Solheim-Cup und den Olympischen Spielen.“

Auf ihrem Weg zum dritten WM-Titel konnten sich die siegreichen die Australierinnen insbesondere auf die Führende der Amateurweltrangliste, Minjee Lee, verlassen. Die 18-Jährige führte die drei Damen aus Down Under am Wochenende mit Runden von 64 und 65 Schlägen zum Erfolg. Unterstützt wurde sie aber insbesondere von Teamkollegin Su Oh, die mit einer 66 die zweitbeste Runde des Finaltages beisteuerte und gemeinsam mit Lee die drei Tage souverän führenden Kanadierinnen noch abfangen konnte. Auch die favorisierten Südkoreanerinnen griffen am Finaltag noch einmal ins Titelrennen ein, mussten nach zwei Titeln in Folge aber mit Bronze vorlieb nehmen.

Die Japaner zeigten sich als perfekte Gastgeber und boten den besten Damenteams der Welt eine Veranstaltung der Superlative, die mit einer kurzen, aber sehr stimmungsvollen Siegerehrung zu Ende ging. Wie hoch der Stellenwert dieser Team-WM in Japan ist, zeigte auch ein Besuch der kaiserlichen Familie, die am Finaltag sowohl auf dem Platz als auch am Abend bei der Siegerehrung vor Ort war.

Traditionell fand im Anschluss an die Siegerehrung ein Galadiner statt, bei dem die schon angereisten Herren-Teams gemeinsam mit den Damen das Ende der Damenkonkurrenz und den Anfang des Herrenturniers feiern. Die WM der Herren beginnt am kommenden Mittwoch 10. September, ab dem heutigen Montag geht es auf die Proberunden.

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