Der Ryder Cup 2014

Beim Ryder Cup, einem der weltweit prestigeträchtigsten Golfturniere, trifft vom 23. bis 28. September die europäische auf die amerikanische Golfelite. Mit dabei: Deutschlands Golf-Hoffnung Martin Kaymer. I

m schottischen Gleneagles  fand 1921 erstmals ein inoffizielles Golf-Duell zwischen Großbritannien und USA statt, die Geburtsstunde des golferischen Kontinentalvergleichs.

Der Ryder Cup-Pokal. Foto: pr.

Was ist der Ryder Cup?

Beim Ryder Cup treten nur die Besten des Golfsports an. Im Turnus von zwei Jahren messen sich Europäer und Amerikaner – und das ohne Preisgelder. Es geht lediglich um das Prestig. 1927 wurde das Golfmannschaftsturnier offiziell ins Leben gerufen. Seither gilt es als wichtigstes Duell zwischen neuer und alter Welt. Von 1939 bis 1945 setzte der Ryder Cup aufgrund des Zweiten Weltkriegs aus. Bis 1973 konnten die Briten lediglich einmal den Cup für sich entscheiden. Als Konsequenz wurde das Team um irische Golfer verstärkt. Seit 1979 werden Spieler aus ganz Europa nominiert und seither ist das Kräfteverhältnis ausgeglichener

Wie kam der Ryder Cup zu seinem Namen?

Namensgeber des Turniers ist der britische Samenhändler und Golf-Fan Samuel Ryder. 1927 brachte er erstmals Golfer aus den USA und Großbritannien in Worchester im US-Bundesstaat Massachusetts zu einem offiziellen Duell zusammen.

Wo und wann findet der diesjährige Ryder Cup statt?

Rund 70 Kilometer außerhalb von Edinburgh liegt das Gleneagles Hotel. Ihm sind neben dem „PGA Centenary Course“ noch der „King’s“ und der „Queen’s Course“ angeschlossen. Alle drei Plätze verfügen über 18 Löcher.

Wie genau funktioniert der Ryder Cup?

Das Event startet am 23. September, die Wettkämpfe beginnen am 26. September. An drei Tagen geht es dann rund: Es finden insgesamt 28 Duelle statt. Die ersten Entscheidungen fallen in vier so genannten „foursomes“: In diesem Team-Modus teilen sich jeweils zwei Europäer und zwei Amerikaner den gleichen Ball und schlagen abwechselnd ab. In den so genannten „fourball-Spielen“ treten wieder Zweier-Teams gegeneinander an. Jedoch schlägt jeder seinen eigenen Ball und der jeweils beste Score wird gewertet. Dann wird es richtig spannend: Bei weiteren 12 Partien geht es im Mann-gegen-Mann-Modus (Matchplay) zur Sache. Für jeden Sieg gibt es einen Punkt. Bei einem Unentschieden werden beide Teams mit einem halben Punkt bedacht.

Wie qualifizieren sich Spieler für die jeweiligen Teams?

Der Ryder Cup-Pokal. Foto: pr.

Das US-Team verfolgt ein striktes Punktesystem, um die besten Spieler zu rekrutieren. Da der Ryder Cup im Zwei-Jahre-Turnus stattfindet, wird geschaut, wer welche Preisgelder bei den großen Meisterschaften 2013, also den Masters, US Open, Open Championship und PGA Championship, gewonnen hat. Pro 1000 Dollar gibt es dann einen Punkt. Genauso wird bei den Ergebnissen der PGA Tour Events 2014 verfahren. Alle Preisgelder, die jenseits der großen Meisterschaften und der World Golf Championships erwirtschaftet wurden, gehen mit einem halben Punkt pro 1000 Dollar in die Wertung ein. Diese zwölf Golfspieler aus den USA treten 2014 an: Keegan Bradley, Webb Simpson, Hunter Mahan, Bubba Watson, Jim Furyk, Jimmy Walker, Phil Mickelson, Rickie Fowler, Matt Kuchar, Jordan Spieth, Patrick Reed und Zach Johnson – Kapitän der amerikanischen Mannschaft ist Tom Watson.

Das europäische Team setzt sich aus den besten Golfspielern der Europa- und der Welt-Geldrangliste zusammen. Sind Spieler auf beiden Listen vertreten, rückt der nächst Bestplatzierte nach. Mit den „Captain’s Picks“ erhalten drei Spieler pro Team noch eine Wildcard. Das europäische Team um Kapitän Paul McGinley setzt sich 2014 wie folgt zusammen: Thomas Björn, Jamie Donaldson, Victor Dubuisson, Stephen Gallacher, Sergio Garcia, Graeme McDowell, Rory McIlroy, Ian Poulter, Justin Rose, Henrik Stenson, Lee Westwood – und Martin Kaymer.

Welche deutschen Spieler sind beim Ryder Cup in diesem Jahr vertreten?

Martin Kaymer, Gewinner der diesjährigen US Open, hat sich direkt qualifiziert. Er nimmt bereits zum vierten Mal an dem Traditionsturnier teil. „Trotz starker Leistungen wurde der erfahrene Golfprofi Bernhard Langer nicht von Kapitän McGinley mit einer Wildcard bedacht“, so Marco Paeke von der Vereinigung Clubfreier Golfer. „Das ist schade, aber mit Martin Kaymer haben wir einen starken Mann am Start!“

Wie ist die bisherige Bilanz?

Die Bilanz sah bis 1977 mit nur britischer und irischer Beteiligung auf europäischer Seite relativ düster aus. Drei Siege, ein Unentschieden und 18 Niederlagen – das spricht nicht gerade für ein ausgewogenes Kräftemessen. Erst mit der Integration anderer europäischer Golfprofis wurde es besser, wie neun Siege, ein Unentschieden und sieben Niederlagen zeigen. Europa tritt nach den Siegen in Wales 2010 und Michigan (USA) 2012 als doppelter Titelverteidiger in diesem Jahr an. „Wir holen uns den Sieg“, ist Marco Paeke überzeugt.

Fand der Ryder Cup schon mal in Deutschland statt?

„Leider war Deutschland bislang noch nicht Austragungsort des Ryder Cups“, bedauert VcG-Geschäftsführer Marco Paeke. Doch eine Bewerbung für den Cup 2022 wird derzeit geprüft. „Es wird spannend, denn neben Deutschland interessieren sich auch Österreich, Dänemark, Italien, Portugal, Spanien und die Türkei für die Austragung des Ryder Cups 2022“, weiß Marco Paeke.

Welche Bedeutung hat der Ryder Cup für den Golfsport in Deutschland?
„International hat sich der Ryder Cup als Megaevent etabliert. Das Turnier wird in 185 Länder übertragen und erreicht mehr als eine halbe Milliarde TV-Haushalte“, sagt VcG-Geschäftsführer Marco Paeke. „Martin Kaymer ist ein echter Glücksfall für das deutsche Golf und eine coole Socke. Er hat als erster Deutscher die US Open gewonnen. Seine Ryder Cup-Teilnahme dürfte auch hierzulande für ordentliches Golf-Fieber sorgen. Fast alle Clubs hierzulande haben tolle Angebote für Einsteiger. Der Ryder Cup wird Lust machen, das Golfen auszuprobieren“, meint Marco Paeke.

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