Der Golfkongress 2016

Geschäftsführer von Golfanlagen, Golf- und Clubmanager sowie Vertreter der Golfverbände und -industrie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen in das Nürnberger Convention Center, um am Golfkongress 2016 teilzunehmen.  Schlüssel zum Erfolg und damit für die Mitgliedergewinnung, -bindung und -zufriedenheit sind nicht nur die Kunden, sondern auch die Mitarbeiter der Golfanlagen, so eine Erkenntniss der Tagung.

Die (Golf)Welt verändert sich

„Verändern Sie sich auch?“, wollte Prof. h.c. Manfred Maus von der versammelten Golfbranche wissen. Der mittlerweile 81-jährige Gründer der OBI Bau- und Heimwerkermärkte kann diese Frage für sich mit einem Ja beantworten. So überzeugte der Unternehmer aus Köln mit seiner Lebenserfahrung, seiner Persönlichkeit und seinem Wissen über die demographische Entwicklung, die zunehmende Digitalisierung und Trends der Zeit, wie beispielsweise das Car Sharing. Bei jeder Veränderung um sich herum, sei es aber das Ziel aller, gesund alt zu werden. Dies ist laut Maus die Chance für die Golfbranche, denn Voraussetzung hierfür sind Bewegung und gesunde Ernährung. So biete der Golfsport einen Nutzen, um genau dieses Ziel zu erreichen. Wandel sei eine Chance und erfordere unternehmerische Entscheidungen. „Wer das nicht begreift, geht pleite“, so Maus. Als Beispiele nannte er die Unternehmen Grundig, Weltbild, Nokia und Saab. Nicht vergessen werden dürfe dabei der gruppendynamische Prozess. Mitarbeiter sollten immer in Entscheidungsprozesse miteinbezogen werden, um motiviert einer sinnvollen Aufgabe nachzugehen. Nur mit zufriedenen Mitarbeitern könnten zufriedene Kunden – Gläubige oder auch Fans – generiert werden.

Dies bestätigte Prof. Dr. Andreas Otterbach, Professor für Betriebswirtschaft und Unternehmensführung an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Er referierte am zweiten Kongresstag zum Thema „Warum sich wertschätzende Führung auszahlt“. Dass die Leistungsbereitschaft von Mitarbeitern steigt, wenn sie Anerkennung und Wertschätzung erfahren, ist zwar bekannt, aber nicht selbstverständlich. Praktizierte ebenso wie mangelnde Wertschätzung könne erhebliche finanzielle Folgen für Unternehmen mit sich bringen. So bezifferte Otterbach den wirtschaftlichen Nutzen eines motivierten Mitarbeiters auf circa 20.000 Euro pro Jahr. Dementsprechend gelte es die Wünsche von Arbeitnehmern zu berücksichtigen, zum Beispiel Sicherheit, Anerkennung, Entfaltung der Stärken oder ein angemessenes Gehalt.

Darüber hinaus beeindruckten unter anderem die Kurzvorträge am zweiten Kongresstag: Der Impulsvortrag von Rainer Preißmann, Deutsche Golf Holding Limited, zum Thema „Urbanes Golf – Trainingsmöglichkeiten im öffentlichen Bereich“ animierte die Teilnehmer zu konzeptionellen und wirtschaftlichen Fragen. Darüber hinaus berichteten Marcus Neumann, Vorstand Sport der Deutschen Golf Verbandes (DGV), über Golf bei Olympia in Rio de Janeiro sowie Marco Paeke, Initiator der „großen Gemeinsam-golfen-Aktion 2017“, über die gleichnamige Initiative. Deren Ziel ist es, gemeinsam Golfinteressenten zu gewinnen und den Golfmarkt anzukurbeln.

Erfahrungs- und Gedankenaustausch beim Golfkongress

Die Veranstaltung, die bereits zum fünften Mal ausgerichtet wurde, bot der deutschsprachigen Golfbranche die Möglichkeit zur kontinuierlichen Weiterbildung sowie zum gegenseitigen Erfahrungs- und Gedankenaustausch. So wurde auch während der Pausen und nach der Veranstaltung beim Get-together am 15. September 2016 am „Golf-Meeting-Point“ in Halle 4A viel diskutiert. Dieser war auch zentrale Anlaufstelle auf der GaLaBau wo sich kleine und mittelständische Unternehmen sowie alle deutschen Golfverbände präsentierten. Dementsprechend waren viele Vertreter der Golfszene vor Ort, darunter Claus M. Kobold, Präsident des DGV, der auch die Eröffnungsrede zum Golfkongress 2016 hielt.

Golf-Business-Cup im Golfclub Lauterhofen

Zum Auftakt des Golfkongresses in Nürnberg wurde der Golf-Business-Cup veranstaltet, der am 14. September 2016 im Golfclub Lauterhofen ausgetragen wurde. Nach der Runde lobten die 44 Teilnehmer vor allem den hervorragenden Platzzustand. Die 18. Loch-Anlage liegt inmitten der Metropolregion Nürnberg und besitzt seit 2009 die Goldmedaille wegen herausragender Leistungen im Rahmen des DGV-Programms „Golf und Natur“. Zum Naturgolfplatz Lauterhofen, wo es Streuobstwiesen, ein Insektenhotel und Heidschnucken für die Platzpflege gibt, passen auch die pfiffigen Toilettenhäuschen, die im April 2016 vom Bund Deutscher Architekten (BDA) ausgezeichnet wurden. Architekt Johannes Berschneider, selbst Mitglied im Golfclub Lauterhofen, erhielt den bayerischen Architektur-Oscar für drei unterschiedlich gestaltete Toilettenhäuschen sowie eine Strohhütte. Ob Mörtelmaschine als Waschbecken, Über-Eck-Verglasung für gute Sicht nach außen oder naturnahe Holzverkleidung – die Gebäude erregen Aufsehen.

Nataly Remmel (PGA of Germany e.V.) und Peter Erhardt (Golfclub Oberfranken e.V.) konnten sich beim Golf-Business-Cup den Bruttosieg bei den Damen bzw. Herren sichern. Gratuliert wurde ihnen von Gerhard Weichselbaum, Präsident des Golfclubs Lauterhofen, und Andreas Dorsch, Geschäftsführer des Golf Management Verbandes Deutschland (GMVD) sowie der organisierenden Agentur Matchpoint PR. Im Rahmen der Abendveranstaltung erfolgte zudem die Ehrung der diesjährigen Certified Club Manager (CCM), die sich nach dem Graduierungssystem des GMVD haben einstufen lassen. Die Ehrung nahm der Vorsitzende des Graduierungsausschusses, Markus Erdmann, vor.

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