Der 20-jährige Italiener Manassero wird jüngsten Sieger der BMW PGA Championship

Matteo Manassero, Sieger der BMW PGA Championship 2013. Foto: pr.

Gleich fünf Mal traten Matteo Manassero und Simon Khan aus England im Verlauf des Finalsonntags an den 18. Abschlag des ehrwürdigen Wentworth Club, ehe der Sieger der BMW PGA Championship 2013 feststand. Über vier Extra-Löcher zeigte der souveräne Italiener (278 Schläge, 10 unter Par) trotz seiner erst 20 Jahre keine Nerven und triumphiert schließlich nach einem Fehler Khans. Für Manassero, der von BMW mit Fahrzeugen unterstützt wird, ist es bereits der vierte Sieg auf der European Tour – und der mit Abstand bedeutendste. Neben einem Scheck über 791.660 Euro darf sich das Ausnahmetalent aus Verona über einen der wichtigsten Titel freuen, die es im Golfsport neben den Majors zu gewinnen gibt.

„Es war eine fantastische Woche“, sagte Manassero. „Ich hatte immer eine besondere Beziehung zu diesem Ort und diesem Turnier. Es hat in dieser Woche alles gepasst. Ich habe gut gespielt, auch nach einem harten Freitag den Anschluss an die Spitze nicht verloren und dann im Stechen das bessere Ende gehabt.“

Die Rekordkulisse von 26.412 Zuschauern erlebte einen mitreißenden Finalsonntag, an dem es extrem viel Bewegung auf dem Leaderboard gab. So hatte zwischen-zeitlich Ryder-Cup-Star Lee Westwood (281, -7, geteilter neunter Rang) zwei Schläge Vorsprung und war auf dem besten Weg, im 20. Anlauf endlich die BMW PGA Championship zu gewinnen. Doch der Engländer konnte ebenso wenig wie der Führende nach drei Runden, Alejandro Cañizares aus Spanien (279, -9, T4), mit Khan mithalten, der über eine Stunde vor dem letzten Flight eine 66er-Runde ins Clubhaus gebracht hatte.

Anders Manassero und der Schotte Marc Warren, die zusammen mit dem Sieger der BMW PGA Championship 2010 ins Stechen mussten. Warren verabschiedete sich schnell mit einem verunglückten Abschlag, doch der junge Italiener und Khan duellierten sich eine Stunde lang auf höchstem Niveau, ehe sich der Engländer am vierten Extra-Loch den ersten Fehler leistete und mit seinem zweiten Schlag den Bachlauf vor dem Grün fand. Für Manassero, der im kommenden Monat auch bei der 25. BMW International Open (18. bis 23. Juni, GC München Eichenried) zu sehen sein wird, war der Rest Formsache.

Manassero konnte sich gegen ein Weltklassefeld durchsetzen. Unter anderem war das komplette europäische Ryder-Cup-Team, welches das „Wunder von Medinah“ vollbracht hatte, am Start. Doch der zuletzt zwei Mal in Wentworth siegreiche Luke Donald (ENG), der Weltranglistenzweite Rory McIlroy, Majorsieger Graeme McDowell (beide NIR) und Ryder-Cup-Held Ian Poulter (ENG) hatten an den ersten beiden Tagen Probleme mit dem nasskalten Wetter und scheiterten am Cut.

Der Mann, der in Medinah den entscheidenden Putt gelocht hatte, war trotz der widrigen Bedingungen mit einer konstanten Auftaktrunde (2 unter Par) gut ins Turnier gestartet: Martin Kaymer (289, +1) tat sich aber ebenfalls schwer mit den winterlichen Temperaturen am Freitag und konnte am Wochenende nicht mehr in den Titelkampf eingreifen. Der ehemalige Weltranglistenerste belegte schließlich den geteilten 50. Rang.

Unterschiedlicher als für zwei BMW Fahrer und Freunde hätte die BMW PGA Championship nicht verlaufen können: Während Maximilian Kieffer bei seiner ersten Teilnahme in Wentworth den Cut verpasste, aber wichtige Erfahrungen sammelte, gelang dem Österreicher Bernd Wiesberger (282, -6) ein eindrucksvoller Auftritt. Vor allem dank einer starken Finalrunde (4 unter Par) belegte der 27-Jährige auf dem Abschluss-Leaderboard den geteilten zwölften Platz.

Kieffer sagte: „Auch wenn ich mir natürlich einen besseren Einstand bei der BMW PGA Championship gewünscht hätte: Es war eine großartige Erfahrung, beim Flagship-Event der European Tour mich mit Weltklassespielern messen zu dürfen“,  sagte Kieffer. „Alles an diesem Turnier ist beindruckend, der West Course, die gesamte Anlage, der BMW Service und nicht zuletzt das tolle Publikum. Ich war noch nie zuvor bei einem Turnier auf so hohem Niveau am Start und konnte für mich viele wertvolle Eindrücke sammeln. Ich freue mich darauf hier hoffentlich im nächsten Jahr wieder dabei sein zu können.“

Bester Deutscher beim prestigeträchtigsten Turnier der European Tour nach der Open Championship war in diesem Jahr Marcel Siem (287, -1), der am Ende geteilter 40. wurde. Das deutsche Trio hat im kommenden Monat die nächste Chance auf einen BMW Titel. Alle drei werden mit Manassero beim Jubiläum der BMW International Open abschlagen, ebenso wie Sergio García (283, -5, T19), Ernie Els (280, -8, T6) und Miguel Ángel Jiménez (279, -9). Der 49-Jährige feierte in Wentworth seinen 600. Auftritt auf der European Tour – und krönte diese eindrucksvolle Marke mit einem geteilten vierten Platz.

 

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