BMW-Open: Achterbahnfahrt für Marcel Siem

Der Schlusstag der BMW International Open 2012 war für Marcel Siem eine Achterbahnfahrt. Der 31-Jährige begann stark, verlor gegen Ende der ersten Neun an Boden und arbeitete sich im Klassement anschließend bravourös zurück nach oben. Für seinen Kampfgeist wurde Siem mit dem geteilten sechsten Platz belohnt.

 

Herr Siem, Sie haben heute ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Erzählen Sie uns etwas über Ihre Runde…

Marcel Siem: „Genau wie gestern habe ich einen super Start hingelegt und gutes Golf gespielt. Auf der 7 wurde der Wind immer stärker. Ich dachte, das Eisen 9 würde da nicht reichen. Im Grunde war es dasselbe wie gestern: Ich lag etwas zwischen den Schlägern und habe die 8 nicht komplett durchgezogen. Es war fast noch okay, aber dann ist der Ball im Wasser gelandet. Letztlich habe ich auf dieser Bahn sechs Schläge gebraucht. Da kam dann wieder ein bisschen Unmut bei mir auf. Wenn man dann das Selbstvertrauen verliert, werden die Schläge immer schwerer und ich habe weitere Bogeys kassiert.“

Aber auf den zweiten Neun lief es besser. Wie haben Sie die Konzentration wieder zurückgewonnen?

Siem: „Ich bin schon ein bisschen stolz darauf, dass ich mich zurückgekämpft habe und vor den heimischen Fans auf der 18 einen Putt zum Stechen hatte. Das war ein gutes Comeback. Ich habe mich dann irgendwann wirklich nur noch auf mein Gefühl verlassen. Immer, wenn ich in diesem Jahr vorne dabei bin, habe ich am Sonntag Regen und Sturm. Das kommt mir nicht sonderlich entgegen.“

Auf der 18 haben Sie dann Alles oder Nichts gespielt, oder?

Siem: „Gegenwind, nasse Grüns: Ich verstehe nicht, warum der Putt so schwierig war. Es kommt mir so vor, als wäre das 18. Grün am Sonntag immer irgendwie schneller als an anderen Tagen. Ich wollte den Putt unbedingt lochen. Der zweite Putt war dann leider gepullt. Da war ich aber irgendwie auch schon nicht mehr richtig bei der Sache.“

Wie fällt Ihr Fazit aus?

Siem: „Es hat hier großen Spaß gemacht, und es war wieder ein gutes Turnier. Klasse, dass die Zuschauer trotz des Regens mitgelaufen sind. Ich bin auf einem guten Weg. Der sechste Platz bringt mich auch im Race to Dubai wieder weiter nach vorn. Meinen Start in Sunningdale habe ich abgesagt. So kann ich noch etwas für die Zuschauer und BMW da sein, mit meiner Tochter wenigstens ein bisschen Zeit verbringen, zu Hause schlafen und dann hoffentlich ausgeruht nach Irland fliegen. Ich glaube, es ist für alle besser, wenn ich hier bleibe.“

 

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