Der Ryder Cup

Beim Ryder Cup, einem der weltweit prestigeträchtigsten Golfturniere, trifft die europäische auf die amerikanische Golfelite.

Im schottischen Gleneagles fand 1921 erstmals ein inoffizielles Golf-Duell zwischen Großbritannien und USA statt, die Geburtsstunde des golferischen Kontinentalvergleichs.

Was ist der Ryder Cup?

1927 wurde das Golfmannschaftsturnier offiziell ins Leben gerufen. Seither gilt es als wichtigstes Duell zwischen neuer und alter Welt. Von 1939 bis 1945 setzte der Ryder Cup aufgrund des Zweiten Weltkriegs aus. Bis 1973 konnten die Briten lediglich einmal den Cup für sich entscheiden. Als Konsequenz wurde das Team um irische Golfer verstärkt. Seit 1979 werden Spieler aus ganz Europa nominiert und seither ist das Kräfteverhältnis ausgeglichener.

Wie kam der Ryder Cup zu seinem Namen?

Namensgeber des Turniers ist der britische Samenhändler und Golf-Fan Samuel Ryder. 1927 brachte er erstmals Golfer aus den USA und Großbritannien in Worchester im US-Bundesstaat Massachusetts zu einem offiziellen Duell zusammen.

Wie genau funktioniert der Ryder Cup?

An drei Tagen finden insgesamt 28 Duelle statt. Die ersten Entscheidungen fallen in vier so genannten „foursomes“: In diesem Team-Modus teilen sich jeweils zwei Europäer und zwei Amerikaner den gleichen Ball und schlagen abwechselnd ab. In den so genannten „fourball-Spielen“ treten wieder Zweier-Teams gegeneinander an. Jedoch schlägt jeder seinen eigenen Ball und der jeweils beste Score wird gewertet. Dann wird es richtig spannend: Bei weiteren 12 Partien geht es im Mann-gegen-Mann-Modus (Matchplay) zur Sache. Für jeden Sieg gibt es einen Punkt. Bei einem Unentschieden werden beide Teams mit einem halben Punkt bedacht.

Wie qualifizieren sich Spieler für die jeweiligen Teams?

Das US-Team verfolgt ein striktes Punktesystem, um die besten Spieler zu rekrutieren. Da der Ryder Cup im Zwei-Jahre-Turnus stattfindet, wird geschaut, wer welche Preisgelder bei den großen Meisterschaften 2013, also den Masters, US Open, Open Championship und PGA Championship, gewonnen hat. Pro 1000 Dollar gibt es dann einen Punkt. Genauso wird bei den Ergebnissen der PGA Tour Events 2014 verfahren. Alle Preisgelder, die jenseits der großen Meisterschaften und der World Golf Championships erwirtschaftet wurden, gehen mit einem halben Punkt pro 1000 Dollar in die Wertung ein. Diese zwölf Golfspieler aus den USA treten 2014 an: Keegan Bradley, Webb Simpson, Hunter Mahan, Bubba Watson, Jim Furyk, Jimmy Walker, Phil Mickelson, Rickie Fowler, Matt Kuchar, Jordan Spieth, Patrick Reed und Zach Johnson – Kapitän der amerikanischen Mannschaft ist Tom Watson.

Das europäische Team setzt sich aus den besten Golfspielern der Europa- und der Welt-Geldrangliste zusammen. Sind Spieler auf beiden Listen vertreten, rückt der nächst Bestplatzierte nach. Mit den „Captain’s Picks“ erhalten drei Spieler pro Team noch eine Wildcard. Das europäische Team um Kapitän Paul McGinley setzt sich 2014 wie folgt zusammen: Thomas Björn, Jamie Donaldson, Victor Dubuisson, Stephen Gallacher, Sergio Garcia, Graeme McDowell, Rory McIlroy, Ian Poulter, Justin Rose, Henrik Stenson, Lee Westwood – und Martin Kaymer.

Wie ist die bisherige Bilanz?

Die Bilanz sah bis 1977 mit nur britischer und irischer Beteiligung auf europäischer Seite relativ düster aus. Drei Siege, ein Unentschieden und 18 Niederlagen – das spricht nicht gerade für ein ausgewogenes Kräftemessen. Erst mit der Integration anderer europäischer Golfprofis wurde es besser, wie neun Siege, ein Unentschieden und sieben Niederlagen zeigen. Europa tritt nach den Siegen in Wales 2010 und Michigan (USA) 2012 als doppelter Titelverteidiger in diesem Jahr an.

Fand der Ryder Cup schon mal in Deutschland statt?

„Leider war Deutschland bislang noch nicht Austragungsort des Ryder Cups“, bedauert VcG-Geschäftsführer Marco Paeke. Doch eine Bewerbung für den Cup 2022 wird derzeit geprüft. „Es wird spannend, denn neben Deutschland interessieren sich auch Österreich, Dänemark, Italien, Portugal, Spanien und die Türkei für die Austragung des Ryder Cups 2022“, weiß Marco Paeke.

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