Blasenentzündung ohne Antibiotika heilen

Wer mit typischen Symptomen wie ständigem Harndrang, Schmerzen im Unterleib oder Brennen beim Wasserlassen zum Arzt geht, bekommt vermutlich die Diagnose „unkomplizierter Harnwegsinfekt“ – und in der Regel auch ein Antibiotikum verschrieben. Wie jetzt eine aktuelle holländische Studie zeigt, ist dies nicht immer im Sinne der Patientin: Denn jede dritte Frau ist der Untersuchung zu Folge bereit, erst einmal auf die Einnahme von Antibiotika zu verzichten. Diese Ergebnisse decken sich mit den Erfahrungen von Dr. Dorothee Struck, Gynäkologin und Ärztin für Naturheilverfahren aus Kiel. „Viele meiner Patientinnen fragen aus Angst vor Nebenwirkungen wie Scheidenpilz als Folge häufiger Antibiotikatherapien bei der Diagnose „Harnwegsinfekt“ aktiv nach einer pflanzlichen Alternative zu Antibiotika“, so die Frauenärztin. Bei vielen Betroffenen, die an unkomplizierten Blasenentzündungen bzw. stetig wiederkehrenden Harnwegsinfekten leiden, ist laut Struck eine Therapie mit pflanzlichen Senfölen aus Kapuzinerkresse und Meerrettich erfolgreich. Die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit der Senföle zeigt sich nicht nur im Praxisalltag, sie wurde auch in zahlreichen Studien belegt.

Nicht jede Frau will Antibiotika

Ein sinnvoller Einsatz von Antibiotika ist aufgrund der zunehmenden Resistenzproblematik unerlässlich – nach wie vor werden sie jedoch häufig unnötigerweise, beispielsweise bei einfachen Infektionen, verschrieben. Daher versuchten Wissenschaftler aus Holland eine Antwort auf die Frage zu finden, ob eine Patientin prinzipiell erst einmal bereit sei, bei unkomplizierten Harnwegsinfekten auf ein Antibiotikum zu verzichten. Auf diese Frage willigten der aktuellen Untersuchung zufolge 37 % der 137 befragten Patientinnen ein. „Diese Zahlen zeigen, was sich in meinem Praxisalltag bestätigt: Viele Patientinnen bestehen nicht auf die Gabe von Antibiotika, sondern sind offen für pflanzliche Therapien“, so Dr. Julia Bäumer, Ärztin für Urologie und Naturheilverfahren, Hamburg.

Pflanzliche Antibiotika – effektive Hilfe aus der Natur

Da bei einfachen bakteriellen Infektionen, wie dies bei unkomplizierten Blasenentzündungen der Fall ist, effektive pflanzliche Antibiotika wie die Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich zur Verfügung stehen, stellt dies eine Alternative zum Einsatz von synthetischen Antibiotika bei diesen Fällen dar, so die Urologin aus Hamburg. Es sei wichtig, synthetische Antibiotika für mittelschwere und schwerwiegende bakterielle Infektionen zurückzuhalten, um so der Resistenzentwicklung entgegenwirken zu können, so Bäumer weiter. Senföle sind gut verträglich und Resistenzen wurden bisher trotz jahrzehntelanger Anwendung nicht beobachtet, da es sich um ein Gemisch aus mehreren Wirkstoffen handelt, die unterschiedliche antimikrobielle Wirkmechanismen aufweisen. Dass die Senföle nicht nur zur Behandlung von akuten Blasenentzündungen effektiv sind, sondern auch eine vorbeugende Wirkung haben, zeigen die Ergebnisse einer Studie, bei der Patientinnen mit stetig wiederkehrenden Harnwegsinfekten deutlich seltener erneut an einer Blasenentzündung erkrankten als die Patientinnen, die nur ein Scheinmedikament erhalten hatten

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