Mercedes Benz Championship

Geschichte:
Das Turnier ist unter diesem Namen noch sehr jung. Es wurde 2008 erst zum zweiten Mal ausgespielt. Bereits seit 1987 wird das Mercedes Benz Championship allerdings unter verschiedenen Hauptsponsoren ausgetragen.
Trotz der noch jungen Geschichte etablierte sich das Turnier schon ganz oben im Kalender der European Tour und ist sehr beliebt bei allen, die sich qualifizieren.

Platz 2008:
Der GC Gut Lärchenhof ist einer der besten und traditionsreichsten Golfplätze in Deutschland. Der Platz vor den Toren von Köln öffnete 1997 seine Pforten und wurde von keinem geringeren als Golflegende Jack Nicklaus
entworfen. Kein Wunder also, dass auf dem Championship Course bereits achtmal die Linde German Masters stattgefunden hat. Von den hintersten Abschlägen stellt Gut Lärchenhof selbst für die Profis eine sportliche Herausforderung dar. Trotzdem sind die Ergebnisse hier jedes Jahr sehr gut. 2005 zum Beispiel gewann Retief Goosen
mit einem Gesamtscore von 20 unter Par.
6.662 Meter messen die 18 Löcher bei einem Platzstandard von Par 72. Damit zählt der Platz nicht unbedingt zu den kürzesten der Tour, was bedeutet, dass dies hier kein Spaziergang für die Spieler wird.

Teilnehmerfeld 2008:
Dadurch, dass nur Spieler qualifiziert sind, die in dieser Saison bereits ein Turnier gewinnen konnten, sich auf einer guten Platzierung in der Order of Merit wiederfinden oder gar vorne in der Weltrangliste mit dabei sind, ist das Teilnehmerfeld sehr gut besetzt. Alleine fünf Spieler des europäischen Ryder Cup Teams von 2008
werden hier an den Start gehen. Großer Favorit ist sicherlich der Südafrikaner Retief Gooen, der bereit im Jahr 2005 gezeigt hat, dass er fantastisch mit dem Platz umgehen kann und mit Rekordscore gewann.
Aktuell wird Goosen bei Betfair mit einer Quote von 16 gehandelt ebenso wie sein wahrscheinlich ärgster Konkurrent auf dem Papier, Miguel Angel Jimenez. Dieser steht in der Order of Merit nach sehr guten Ergebnissen 2008 auf Position Nummer zwei und hat große Ambitionen, Padraig Harrington, der viel Geld mit seinen beiden Major-Siegen einspielte, noch von der Spitze zu verdrängen.

Jimenez, einer der fünf Ryder Cup Spieler, ist sehr gut in Form und konnte dies jüngst in der letzten Woche beim Omega European Masters in der Schweiz mit einem fünften Rang unter Beweis stellen. Retief Goosen hingegen spielte in den letzten Wochen auf der PGA Tour um den FedEx Cup mit. Leider konnte er eine Leistung nicht abrufen und keine guten Ergebnisse erzielen. Bereits nach dem zweiten Playoff Turnier musste er die Segel streichen, da er nicht
mehr zu den Top70 in dieser Saison gehörte.
Daher finde ich die Quote auf Goosen relativ niedrig, wenn man bedenkt, dass hier nur Spieler am Start sind, die in der
Vergangenheit gewonnen haben und gutes Golf spielen. Sehr viel lukrativer ist meiner Meinung nach die Quote 27 auf Graeme McDowell, ein weiterer europäischer Schützling, der kommende Woche die USA besiegen möchte. McDowell spielt eine tolle Saison, liegt momentan auf Rang fünf der Order of Merit und Rang 31 in der Welt. Er konnte sehr gute Ergebnisse bei großen Turnieren einfahren in den letzten Monaten. So beendete er die PGA Championship und
die British Open jeweils unter den Top20, wurde Dritter in England und gewann ein sehr wichtiges Turnier in Schottland. Nächster hochkarätiger Spieler im Feld ist die Nummer sechs der Geldrangliste, der Schwede Robert Karlsson. Auch er konnte in der letzten Zeit überzeugen. So schaffte er bei drei Major Turnieren in diesem Jahr eine Platzierung unter den Top10 und verbesserte sich hierdurch auf Platz 21 der Welt.

Zu einer Quote von 18.5 lässt sich Karlsson aktuell backen, wobei ich davon ausgehe, dass diese im Verlauf der Woche noch fallen wird. Weitere nennenswerte Spieler im Feld sind der Australier Stuart Appleby, Daniel Chopra aus Schweden oder auch Titelverteidiger Soren Hansen aus Dänemark, allesamt Spieler, denen ein Sieg in
Pulheim durchaus zuzutrauen ist.
Aus deutscher Sicht sind erfreulicherweise vier Spieler am Start. Allen voran Mitveranstalter Bernhard Langer, der als frisch gebackener Sieger der Champions Tour nach Deutschland reist. In der letzten Woche konnte er die Czech Senior Open gewinnen. Langer spielt in dieser Saison sehr gutes Golf, führt mit Abstand die US Champions Tour Rangliste an und konnte auch bei dem ein oder anderen Turnier auf der PGA Tour in diesem Jahr noch mithalten.
Hinzu kommt, dass er die Linde German Masters an gleicher Stelle bereits viermal für sich entscheiden konnte! Daher die Quote auf ihn mit einer 48 auch relativ niedrig.
Sein Nachfolger und wohl zukünftig bester deutscher Spieler weltweit heißt Martin Kaymer. Auch er ist durch seine zwei Siege in diesem Jahr natürlich qualifiziert. Kaymer verpasste nur knapp den Sprung ins Ryder Cup Team als 11. der Rangliste (die ersten 10 qualifizieren sich).
Durch seine guten Ergebnisse konnte er sich in diesem Jahr schon unter die Top30 der Welt spielen und war für alle Major Turniere startberechtigt. Sein Sieg bei der BMW Championship vor ein paar Wochen in München war beeindruckend. Als erster Deutscher überhaupt konnte er die Jubiläumsausgabe zum 20. Geburtstag gewinnen und somit Geschichte schreiben. Seither spielte er nicht mehr viele Turniere und zog sich etwas zurück.

Neben den Topstars Langer und Kaymer sind weiterhin Sven Strüver und Marcel Siem am Sart. Letzterer konnte in der letzten Woche einen fünften Platz und damit seine beste Platzierung in 2008 erspielen und scheint im Aufwind zu schweben. Bleibt zu hoffen, dass sich dies beim Mercedes Benz Championship bestätigt.

Autor: Timm Göller