British Open

Die British Open, besser bekannt als „The Open Championship“ stehen im Jahr 2008 in der 137. Auflage an. Das dritte Major des Jahres ist das einzige der großen vier Turniere, welches auf europäischem Boden ausgetragen wird.
Das Wort „Open“ im Namen steht dafür, dass jeder Golfer der Welt die Chance hat, sich für dieses Turnier zu qualifizieren, egal ob Professional oder Amateur.
Falls es zu einem Stechen kommt, wird dies bei der British Open traditionell über vier Löcher im Zählspiel ausgetragen. Falls es dann noch keinen Sieger gibt, folgt ein Sudden Death Loch für Loch.

Geschichte:
The Open ist das älteste der vier Major-Turniere.
Erstmals ausgetragen wurde es im Jahr 1860 im Prestwick Golf Club. Damals spielten nur acht Spieler den Titel unter sich aus. Auf dem 12-Loch-Golfplatz von Prestwick wurden an einem Tag drei Runden gespielt. Durchsetzen konnte sich damals Willie Park Senior.
Er bekam für seinen Sieg den damaligen „Pokal“, einen roten Ledergürtel mit silberner Schnalle.
Das erste Preisgeld wurde dann im Jahr 1864 eingeführt. Der Sieger erhielt stolze sechs Pfund.
Nachdem Young Tom Morris 1870 zum dritten Mal die Open gewann, ging der Gürtel in seinen Besitz über.
Seitdem, also seit über 130 Jahre, gibt es für den Sieger alljährlich den wohl berühmtesten und wichtigsten Pokal in der Golfwelt zu gewinnen, den Claret Jug.
1892 dann wurde das Turnier erstmals über 36 Löcher ausgetragen.
Interessant ist der Fakt, dass bis 1939 lediglich zwei Profis, die nicht aus Großbritannien stammen, die British Open gewinnen konnten. Einer von beiden war der nicht ganz unbekannte Walter Hagen im Jahr 1922.
Früher war die British Open trotz dass sie zu den Majors zählte nicht sehr beliebt. Unter anderem, weil die PGA Tour das für die Amerikaner viel wichtigere PGA Matchplay Championship an exakt dem gleichen Termin veranstaltete. So spielte beispielsweise Bobby Jones, damals mit Abstand bester amerikanischer Spieler, nur eine einzige British Open, da er lieber die Turniere der PGA Tour für sich entscheiden wollte. 1953 gewann er natürlich bei seiner einzigen Teilnahme direkt.
1959 dann begann die Zeit der drei Golflegenden Jack Nicklaus, Arnold Palmer und Gary Player. Sie machten die nächsten 20 Jahre fast alle Siege mehr oder weniger unter sich aus, was die Dominanz der drei in den 60ern und 70ern bestätigt.
Erst 1995 wurde The Open in den PGA Tour Kalender aufgenommen und bekam damit eine eigene Woche, wo kein anderes Turnier stattfindet. Diesen Schritt ging man, um eine gewöhnliche Major-Atmosphäre zu schaffen und die Besten der Besten dabei zu haben.

Platz 2008:
Der Austragungsort der British Open wechselt jährlich. Es gibt eine Liste, in der momentan neun Plätze stehen, welche rotierend als Austragungsort gewählt werden. Traditionell sind alle diese neun Plätze Links-Kurse.
Dieses Jahr fiel die Wahl auf Royal Birkdale, wo die Open zuletzt im Jahr 1998 ausgetragen wurde.
1954 wurde hier zum ersten Mal gespielt. Seit der Platz der Rotationsliste angehört, wurde nur auf dem noch älteren und traditionelleren St. Andrews Old Course öfter gespielt als in Royal Birkdale.
Gegründet und gebaut wurde der Platz im Jahr 1889 von Fred Hawtree, der ihn im Jahr 1922 noch einmal veränderte.
Seitdem hat sich außer ein paar Yards Länge nichts mehr am ursprünglichen Design und Layout verändert.
In diesem Jahr müssen die Profis 7.173 Yards bei einem Par von 70 bewältigen. Klingt sehr lang, durch die Gegebenheiten der Linksplätze spielt sich das jedoch um einiges Kürzer.
Im Normalfall laufen, rollen und springen die Bälle noch gute 40-50 Meter auf dem Fairway, nachdem sie gelandet sind. Durch den extrem trockenen und dadurch harten Boden fällt es teilweise sogar schwer, die Grüns mit einem kurzen Eisen anzuspielen, da die Spieler keinen Spin auf die Bälle bekommen.
Sehr entscheidend ist die Tatsache, dass keine zwei Löcher des Platzes, die hintereinander gespielt werden, in die gleiche Richtung gehen. Dies ist insofern von wichtiger Bedeutung, da der Wind bei den British Open immer eine sehr große Rolle spielt. So können sich die Spieler also nicht richtig auf eine Windrichtung einstellen, da sie am nächsten Loch wieder in eine komplett andere Richtung spielen müssen.
Das ist auch ein Hauptgrund, warum die Ergebnisse in St. Andrews immer deutlich niedriger sind als bei den übrigen Plätzen. In St. Andrews verlaufen die ersten neun Löcher in eine Richtung und die zweiten neun gehen in genau der anderen Richtung zurück.
Neben der British Open war Royal Birkdale in der Vergangenheit auch schon Austragungsort von diversen anderen tollen Events. Highlight war während den 60er Jahren zweimal die Austragung des Ryder Cups.

Ehemalige Sieger:
Dieses Turnier wurde von fast jeder Golfgröße schon mindestens einmal gewonnen.
Rekordhalter ist Harry Vardon mit insgesamt sechs Siegen zwischen 1896 und 1914.
Tom Watson folgt mit fünf Siegen, gefolgt Walter Hagen mit vier Siegen oder auch Nicklaus, Player, Faldo oder auch Woods mit jeweils drei Siegen.
Interessant ist, dass seit den 80er Jahren die Amerikaner das eigentlich amerikanisch-untypische Turnier dominieren.15 der letzten 24 Open Championship gewann ein Amerikaner.
Ernie Els (2002) und Padraig Harrington (2007) sind sogar die einzigen nicht-amerikanischen Sieger seit zwölf Jahren.

Autor: Timm Göller