Golfspielen mit einer Golf-Gleitsichtbrille

Messung der Durchblickspunkte in der Ansprechposition

 

Jeder der sich mit dem Thema Golf und passende Gleitsichtbrille beschäftigt hat, kennt die Problematik. Sobald sich ein Gleitsichtbrillenträger in die Ansprechposition zum Golfball stellt, sieht er seinen Ball nicht mehr richtig. Warum ? Ganz einfach, die normale Gleitsichtbrille wird für den Alltag produziert und entwickelt. Es ist eine Allroundbrille die vieles kann, aber nichts perfekt. Ebenso ist das Konvergenzverhalten der Augen auf die Position des Balles eine andere, als wenn ich mit meiner Golfbrille nur „lesen“ möchte.

Die Analyse

Von vielen Golfspielern auf diese Situation angesprochen, machte sich Maik Helfrich auf die Suche  nach einer professionellen Möglichkeit, den Kunden eine entsprechende Lösung anzubieten. Zuerst stand eine entsprechende Marktanalyse auf dem Plan um die Problematik zu erarbeiten.

Folgende Forderungen der Golfer gilt es zu realisieren:

  • Bei normaler Kopf-und Körperhaltung in Ansprechposition Abschlag/und oder Putten, den Golfball scharf zu sehen
  • Verbesserter Kontrast auf dem Grün, um die Unebenheiten des Geländes besser zu erkennen
  • Blendfreiheit auf dem Brillenglas und nach Regen
  • Streulicht aus verschiedenen Körperhaltungen und Positionen zur Sonne hin ausschalten
  • Höhere Brillenstärken realisieren
  • Für verschiedene Lichtsituationen einsetzbar
  •  Möglichst variabel in der Handhabung und Gebrauch
  • Guter und bequemer Sitz der Brille
  • Preis
  • Pflegeleicht

Ansprechposition

Zuerst kam die Überlegung wie man es schaffen könnte, den Durchblickpunkt  beim Ansprechen des Balles zu finden und zu kontrollieren. Die Spiegelmethode wurde ausprobiert. Diese funktioniert, allerdings ist die Umsetzung auf dem Golfplatz bzw. im Laden recht umfangreich und kompliziert in der Handhabung. Somit musste eine digitale Lösung mit Kamera gesucht werden. Die Firma argus entwickelte einen Prototypen, mit dem es möglich war erste Bilder aufzunehmen. Dabei sahen die Bilder so aus, als ob sich die Lage der PD verändern würde. Also mußte eine Auswertung der relevanten Strecken möglich gemacht werden. Bei einer Reihe von Messungen stellte sich heraus, daß die Konvergenz in Position Ansprechen des Balles, sich teilweise erheblich verändert gegenüber der PD. Somit wurde eine umfangreiche Meßreihe gestartet.

Konvergenz unregelmäßig zur PD

Nach diesen Erkenntnissen wurden die Anforderungen an das Brillenglas noch komplizierter. Nun musste das Brillenglas auch diese Hürde schaffen. Es ging daran, ein Brillenglas zu entwickeln, bei dem sich die entsprechende Sehstärke auch am richtigen Ort befindet. Zum Glück wurde ein deutscher Brillenglashersteller gefunden, der die Brillengläser so produziert, wie sie benötigt werden. Dadurch kann eine deutliche Annäherung an die perfekte Sicht durch ein Brillenglas realisiert werden. Der Begriff „Annäherung“ ist bewußt gewählt, da das Auge kein statischer Bewegungsapparat ist.

Kontrast

Es gibt am Markt sehr viele und gute kontraststeigernde Brillengläser. In der Entwicklungsphase schien dieses somit kein Problem zu sein – war es dann aber doch. Es wurden von verschiedenen Brillenglasherstellern viele Kontrastgläser ausprobiert, aber alle hatte irgendwo Ihre Vorteile und Nachteile. Die Brillengläser wurden analysiert und probiert, bis die richtige Mischung gefunden wurde, um die Kontraste auf dem Grün extrem anzuheben. Denn auf dem Golfplatz ist Grün die vorherrschende Farbe. Damit stellte sich die nächste Frage: „Wie hell oder dunkel sollte das Glas sein? Perfekt gibt es nicht – daher musste ein Kompromiss her, der für die meisten Tage an dem man golfen geht, passt. Denn, wenn das Glas zu dunkel ist, geht der Kontrast unverhältnismäßig schnell verloren. Ist das Glas zu hell, ist die Blendfreiheit nicht mehr gewährleistet. Damit viel die Wahl auf einen speziellen Kantenfilter in Kombination mit einem Polarisationsfilter und natürlich einer Breitbandentspeigelung.

Testergebnisse der Brillengläser:

Test in Deutschland:

  •  Sehr gut bei wechselnder Bewölkung
  • Sehr gut bei voller Sonneneinstrahlung
  • Gut bei Lichtverhältnissen kurz vor der Dämmerung
  • Befriedigend bei Regen
  • Gut, sehr gut bei Lichtverhältnissen mit Sonne nach Regen
  • Gut, sehr gut bei leichtem Nebel

Test auf Fuerteventura:

  • Sonnenschein von morgens bis abends und 30 Grad Lufttemperatur, uneingeschränkt sehr zu empfehlen

Das nächste Problem: das Streulicht

Oftmals berichteten Golfer von Streulicht in Ansprechposition, wenn die Sonne in einem ungünstigen Winkel steht. Viele versuchen, mit stark durchgewölbten Brillenfassungen plus Schildmütze dieses zu umgehen. Das funktioniert auch recht gut, bei Brillen ohne Sehstärkenkorrektur. Bei kleinen Brillenstärken funktioniert das nur noch eingeschränkt, da die Wahrnehmung durch ein Brillenglas, welches  auf eine 8er-Kurve berechnet wurde,  gewöhnungsbedürftig ist. Und diese Eingewöhnung muß jedesmal neu auf dem Golfplatz erfolgen. Die Kunden benötigen somit immer ein paar Schläge bis Sie sich wieder neu eingewöhnt haben.

Also musste eine andere Lösung her. Eine Brillenfassung, die sich sowohl von der Durchwölbung als auch vom Sitz her von einer üblichen Brillenfassung wenig unterscheidet. Damit wäre keine Umgewöhnung nötig und optional könnte die Blendung reduziert werden. Die Lösung war ein optionales Blendschutzsystem, das am Bügel einfach zu befestigen ist sich variabel im Einsatz verändern lässt.

Anwendung in der Praxis

Ist aufgrund des Wetters und der Tageszeit nur mit seitlichem Lichteinfall zu rechnen, montiert man mit 2 Handgriffen den Seitenschutz am Bügel und trägt zusätzlich eine Schildmütze.

Ist es zu warm für eine Schildmütze, nimmt man einen Komplettschutz. Dieser schützt sowohl vor dem seitliche Streulicht, als auch das von oben kommende Licht.

Wenn sich der Golfer von einem Seitenschutz zu sehr eingeengt fühlt, verwendet er einen reinen Oberschutz. Und im Falle eines Falles lässt er nach Belieben das Blendschutzsystem ganz weg. Somit ist die Variabilität des Blendschutzsystemes erfüllt.

Brillenfassung

Die Brillenfassung, die verwendet werden sollte, bekam besondere Aufmerksamkeit bezüglich dem  Design, Gebrauch und der Wirksamkeit.

Um die Brille möglichst leicht zu gestalten, werden hochwertige Acetatmaterialien in Verbindung mit Edelstahlbügeln verwendet. Die Variante Nylor hat den Vorteil, daß die Glasgröße variabel ist. Es wird etwas Gewicht gespart und zudem ist diese gegenüber einer Randlosbrille recht stabil.

Aufgrund der Brillenglasform ist es möglich, hohe Brillenglasstärken von +8,00/-10,00 dpt und Cyl 6,00 dpt zu verarbeiten. Die Bügel haben sich durch eine hervorragende anatomische Anpassbarkeit, Langlebigkeit und Leichtigkeit ausgezeichnet.

Um einen guten Sitz zu erhalten, wurde ein Nasensteg aus Edelstahl gewählt, um auch hier eine entsprechende anatomische Anpassgenauigkeit zu garantieren.

Das Design

Das Design der Brillenfassung war bezüglich der Zielgruppe nicht einfach. Da ist einerseits ein modischer Aspekt, und Mode ist was einem gefällt. Ausgefallene Sportbrillen in lilablassblau wird man bei Golfern nicht finden. Das Konservative ließ sich im Design, mit den entsprechenden Anforderungen an die Brillenfassung, am besten realisieren. Es ging darum, die Bedürfnisse des Sehens konsequent umzusetzen, um ein Sehen in höchster Güte zu garantieren.

Die Bestellung

Die Brille wird fertig verglast ausgeliefert. Der Augenoptiker hat Vorort eine Vorführkollektion, die  im Laden präsent ist. Diese dient zum zeigen und zur individuellen Voranpassung der Golfbrille. Wenn die bestellte Golfbrille an den Kunden übergeben wird, braucht diese nur noch anatomisch vom Augenoptiker angepasst werden.

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